Im Nachschlagewerk werden die Worteinträge alphabetisch zusammengefasst. Etymologisch nicht zusammengehörende Stichwörter beginnen in einer neuen Zeile. Etymologisch zusammengehörende werden durch ein Semikolon voneinander getrennt.
Wörter, die aus mehreren einzelnen Wörtern oder Wortstämmen und Ableitungsmorphemen (Morpheme sind kleinste bedeutungstragende Einheiten der Sprache)
(Präfixe oder Suffixe) sowie Diminutiva zusammengesetzt werden, werden durch einen senkrechten Strich dazwischen gekennzeichnet (z.B. Schnuv|nas, sack|wies, Rümp|che). Flexionsmorpheme (wie Infinitiv- und Pluralmorpheme, Komperativ- und Superlativmorpheme von Adjektiven) werden nicht durch senkrechten Strich markiert (z.B. salze). Fugenmorpheme (Morpheme, die zwei Wörter zu einem verbinden) werden dem voranstehenden Wort zugeordnet (z.B. Schabaus|krad).
Im Kölschen werden Vokallängen und -kürzen gesprochen, die im Deutschen normalerweise nicht vorkommen.
Im Deutschen sind offenes o und ö immer kurz: Motte, können; geschlossenes o und ö sind normalerweise immer lang: schon, hören. Im Kölschen hingegen kommen zusätzlich kurzes geschlossenes o und ö als auch langes offenes o und ö vor.
Außerdem gibt es im Kölschen häufig kurzes geschlossenes e vor zwei Konsonantenbuchstaben, was im Deutschen nicht vorkommt.
Werden e, o oder ö im Kölschen kurz und geschlossen gesprochen, werden diese im Stichwort unterstrichen: bedde, Son, dönn. Folgt einem kurzen Vokal ein stimmhaftes s bzw. sch, wird auch dies durch Unterstreichung angezeigt: Schnüsel, kuschele. Werden o oder ö im Kölschen lang und offen gesprochen, werden sie im Stichwort durch einen untergestellten kleinen links offenen Bogen gekennzeichnet.
Um den aktiven mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch zu unterstützen, enthält der Eintrag zu jedem Stichwort mehrere dafür relevante Informationen. Sie geben Auskunft über die Aussprache sowie grammatische Informationen. Substantive erhalten eine Genusangabe (m., f., n.) ; die Pluralform und/oder die Verkleinerungsform auf -che wird nur angegeben, wenn sie nicht vorhersehbar ist und wenn eine Veränderung des Stammvokals auftritt, z.B. Aap (f.) -e Ääpche; Huus (n.) Hüüser; Muus (f.) Müüs; aber: Kääl (m.) -s; Jung (m.) -e, Jüngelche; Lück (nur Pl.). Im Eintrag zu Verben stehen die Angabe tr. = transitiv, intr. = intransitiv, refl. = reflexiv sowie bei unregelmäßig flektierenden Verben die Verbform im Präteritum und im Partizip Perfekt aufgeführt. Verben, die sowohl transitiv als auch intransitiv und/oder reflexiv verwendet werden können, erhalten alle Angaben. Sofern sie sich in ihrer jeweiligen Bedeutung vom Deutschen unterscheiden, werden sie im Anschluss erläutert. Es wird darauf verzichtet anzugeben, ob das Perfekt der Verben mit haben oder sein gebildet wird, da das Kölsche hierbei nicht vom Deutschen abweicht. Mit einer Ziffer in kurzen eckigen Klammern wird auf die betreffende Konjugation verwiesen: <126>. Bei Adjektiven wird die Wortart mit (Adj.) angegeben und die Steigerungsformen nur dann, wenn sie unregelmäßig und/oder vom Deutschen verschieden sind: ald, älder, äldste (Adj.) ; deck (Adj.). Bei Präpositionen wird die Wortart mit (Präp.) angegeben; die Angabe des Kasus, mit dem die Präposition verbunden ist, erfolgt nur dann, wenn dieser von dem Kasus bei der deutschen Präposition abweicht. Dann folgt die deutsche Entsprechung (sofern es sie gibt), nähere Erläuterungen der Bedeutung (Synonyme, Redensart (=RA), in der Bedeutung (=i.d.B.)). Sofern das kölsche und das deutsche Wort semantisch nicht in einer 1:1-Beziehung stehen, wird die Verwendung zusätzlich anhand von Beispielsätzen veranschaulicht. Für die korrekte Anwendung kölscher Idiome (sprachliche Eigentümlichkeiten) werden ebenfalls Beispielsätze herangezogen (wie z.B. für Köbes oder halve Hahn).
Wo auf Schreibregeln oder grammatische Regeln verwiesen wird, wird auf den entsprechenden Paragraphen durch einen nach oben gerichteten Pfeil hingewiesen.
Gibt es zu einem Stichwort alternative Ableitungsformen, werden diese hinter den regulären Formen aufgeführt. Homonyme (gleiche Schreibung, unterschiedliche Bedeutung) erhalten getrennte Einträge und werden nach Häufigkeit oder Bekanntheitsgrad mit hochgestellten Nummern durchgezählt (z.B. bedde1 = bitten und bedde2 = beten). Sofern parallele Schreibweisen bei Fremdwörtern zugelassen sind, wird die Schreibweise der Originalsprache bevorzugt und die Angabe der Ursprungssprache in längliche spitze Klammern gesetzt: Bagage
Hat ein kölsches Wort eine gleichlautende deutsche Entsprechung, wird es als Lehnwort betrachtet und nicht aufgeführt (z.B. Kamel, Mai, Drama). Entspricht die Bedeutung eines kölschen Wortes der des deutschen, wird die Bedeutung nicht mehr angegeben.
g wird im Kölschen im Morphem- und im Silbenanlaut "j" gesprochen. Bis in die Mitte des 20. Jhs. wurde fast nur "g" geschrieben. Seit Wrede (1956) für "g" die entsprechenden Grapheme für die tatsächlich gesprochenen Laute einge-führt hat (j und ch), hat sich diese Schreibweise in breiten Teilen der Kölner Bevölkerung durchgesetzt. Sie führt dazu, dass ein und derselbe Wortstamm mehrere verschiedene Schreibweisen besitzt.
Das in Arbeit befindliche Wörterbuch orientiert sich grundsätzlich an den grundlegenden Morphembezogenen Ordnungsprinzipien, die im Deutschen und anderen Sprachen gelten (Ordnung nach Stamm-Morphemen). Aus diesem Grund wird "g" - unabhängig von seiner Artikulation in bestimmten lautlichen Umgebungen - immer "g" geschrieben.
Ein deutsch - kölsches alphabetisches Register bildet einen weiteren Teil. Hinter jedem deutschen Stichwort steht ein Verweis zu dem zugehörigen kölschen Worteintrag, in dem die ausführliche Information zu dem Wort zu finden ist, außerdem zu synonym verwendbaren Wörtern und ggfls. noch ein weiterer zu dem entsprechenden grammatischen Formenmuster.
Unsere Vorstellungen zur Schreibweise von Länge und Kürze von Vokalen und Diphthongen im Kölschen sowie über einige Konsonanten haben wir im letzten Programmheft kurz skizziert. Wir baten unsere Leser um ihre kritischen Kommentare zu unseren Schreibregeln. Es gab sowohl Zustimmung als auch Ablehnung.
