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  • Einmischungen in die Geschichte des Rheinlandes: Heidewitzka
    Eine volkskundliche Betrachtung zur Entstehung der Kölner Personenschifffahrt
    von Franz Firla

    (Infoheft Akademie för uns kölsche Sproch, Nov. 2003 - April 2004, S. 26 f.)

    Wer kennt es nicht, jenes schwungvolle rheinische Stimmungslied mit dem "Müllemer Böötche", das zu Köln gehört wie vielleicht sonst nur noch der Dom? Aber seien wir ehrlich: Wer hat sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was dieses "Heidewitzka" wirklich bedeutet? Was oder besser gefragt, wer steckt dahinter? Sollte nicht auch hier, wie etwa unlängst bei dem Begriff Ziegenpeter nachgewiesen, eine Person dahinterstecken, die am Anfang der ganzen Entwicklung stand?
    Wenn es im Mittelalter Herr Peter Ziegen war, der als erster einen dicken Hals bekam, warum sollte der erste Kapitän des Mülheimer Schiffleins nicht Frau Heide Witzka gewesen sein? Aus Lüneburg vielleicht? Man kennt diese krampfhaft lustige Namensgebung auch von Segelbötchen. Ein weiblicher Kapitän käme natürlich der heutigen emanzipierten Weiblichkeit sehr entgegen. Ist aber eher unwahrscheinlich, da es ja bekanntlich weiter heißt: Herr Kapitän
    Ehe wir uns auf die schwankende Vermutung einer Doppelgeschlechtlichkeit einlassen, sollten wir lieber in die Geschichte des Rheinlandes schauen. Und zwar genauer in die Berichte über die Christianisierung der Urbevölkerung. In Köln, das weiß man inzwischen, hat alles etwas früher angefangen als anderswo, warum nicht also auch die Personenschifffahrt? Das bedeutet für die exakte Interpretation von "Heidewitzka, Herr Kapitän!" folgendes: Der erste Kapitän des Mülheimer Schiffchens hieß Witzka und war vermutlich Heide. So wurden, wie jeder weiß, von der Kirche zwei Gruppen der Germanen bezeichnet. Zum einen die Christenanwärter und zum andern die, die kein Interesse an einer Befreiung von ihrem Irrglauben zeigten. Vor den letzteren hatte man eine Riesenangst, Heidenangst! Während das linksrheinische, römische Köln schon früh zu einem Bollwerk des christlichen Glaubens wurde, war das rechtsrheinische Gebiet, auf dem die erst 1914 eingemeindete Stadt Mülheim lag, noch lange von "Heiden" bewohnt. Die Heiden verehrten zwar viele Götter und trauten ihnen allerhand zu, aber dass die in Menschengestalt wie Jesus über das Wasser laufen würden, daran mochten sie nun nicht glauben. Erst recht würden das keine wirkliche Menschen, und mochten sie auch noch so überzeugte Christen sein, schaffen. Für Heiden war das unvorstellbar, ohne dass man bei dem Versuch spätestens in der Rheinmitte ertrank. Wenn auch die Christen zunächst jede Hilfe bei der Flussüberquerung ablehnten, war die Fährschifffahrt durch den neuen Glauben auf Dauer nicht ernsthaft gefährdet. Das erkannte messerscharf ein Mann aus dem Bergischen. Es war der Heide Witzka, der damals in weiser Voraussicht die Beförderungsrechte für das Mülheimer Bötchen erworben und damit zum Gründervater der Kölner Personenschifffahrt wurde. Ob er anschließend zum Christentum "übergetreten wurde" oder wegen Steuervorteilen den alten Göttern abschwor, wissen wir nicht sicher. Es ist aber davon auszugehen, dass er und seine Nachfahren mit dem Bötchen ein Heidengeld verdienten. Denn die rechtsrheinischen Christen, die nun nach dem neuen Glauben leben mussten, unternahmen "su gään" eine Nostalgietour auf die rechte Rheinseite, was ihnen immer einen Heidenspaß machte.
    Nun wird man vielleicht einwenden, es habe in Germanenzeiten noch gar keine Familiennamen gegeben. Sicher stimmt das generell. Aber Witzka war eben einer der ersten. Er bekam ihn für seine oben beschriebene Schlauheit zuerkannt. Witz stand noch mhd. für 'Wissen, Verstand, Besinnung, Einsicht, Klugheit, Weisheit'. Der 'witz' geht wie das aind. 'vidya' 'Wissen, Weisheit, Gelehrsamkeit' auf die Wurzel 'ueid' = 'erblicken, sehen' zurück. Über die Bedeutung 'kluger, geistreicher Einfall' im 19. Jh. erlangte es die Bedeutung 'geistreicher Spass, Scherz, Ulk, humorvolle Anekdote'.
    Heute noch leben einige Nachfahren Witzkas in Wuppertal und viele sind über den großen Teich nach Amerika gedampft. Wen wundert das, bei solchen Vorfahren? Zu erinnern ist aber auch an den Augsburger Carl Bonaventura Witzka (1768-1848), den berühmten Kirchenmusiker, dessen reichhaltige Kompositionen in vielen Kirchenschiffen erklungen sind. Aber der sprichwörtliche unternehmerische Schwung des Heiden Witzka blieb in seiner Verbreitung durch alle deutschen Lande einzigartig. Durch einen simplen Schreibfehler war uns dieser historische Zusammenhang abhanden gekommen. Der orthographisch nicht so bewanderte Karl Berbuer, in dessen Familie die Erinnerung an den Germanen Witzka wohl anderthalb Jahrtausende wachgehalten worden war, hatte ihn 1936, getarnt als Karnevalslied, der Kölner Weltöffentlichkeit mitteilen wollen. Berbuer war ja von Hause aus Ahnenforscher ("Das kannst du nicht ahnen") und historisch wie politisch interessiert ("Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien"). Aber wie die Kölner so sind, sie haben zwar sofort mitgesungen, viel Kölsch dabei getrunken, der tiefere Sinn der Botschaft blieb ihnen aber verborgen. Bleibt noch zu erwähnen, dass im selben Jahr 1936 nicht nur des Heiden Witzka gedacht wurde, sondern ein anderer berühmter Rechtsrheinischer, der gebürtige Mülheimer Christ Willi Ostermann auf dem Sterbebett an die Zeit erinnerte, als die Rheinüberquerung ohne Hilfsmittel noch eine Sache des Glaubens war: "Ich mööch zo Foß noh Kölle gonn!"
    Pdf-Datei "Heidewitzka.pdf" (0.0 MB)
    Reaktionen auf den „Heiden Witzka“, zusammengestellt und bearbeitet von Franz Firla
    Gegendarstellung 1

    Frau Ida von Oberstein aus Bonn-Poppelsdorf meint:

    "Der Beginn der Mülheimer Personenschifffahrt in grauer Germanenvorzeit ist natürlich blanker Unsinn. Erst die Übernahme der Rheinprovinz durch die Preußen hat die verlässliche Überquerung des Rheins ermöglicht. Anselm von Heidewitz, mein Urgroßvater mütterlicher-seits, war als hoher preußischer Regierungsbeamter maßgeblich an der Konstruktion rhein-tauglichen Boote aus Eisen beteiligt. Sein Vater, der Reitergeneral Karl von Heidewitz hatte noch vergeblich versucht, den Rhein mit Pferden zu überqueren . Leider ist der Name von Heidewitz durch die folgenden unglückseligen Kriege ausgestorben. Ich bin überzeugt, dass die Kölner in dem besagten international bekannten Lied meinem Ururgroßvater ein Denk-mal setzen wollten!"
    Gegendarstellung 2
    Karl Dewitz aus Köln schreibt uns: "Ich möchte der These in doppelter Hinsicht widersprechen. Weder der angenommene heidnische Beginn der christlichen Rheinschifffahrt, noch die Beschränkung auf den Familienname Witzka können letztlich überzeugen. Die durch die Vertonung von Karl Berbuer erzwungene Betonung auf "witz" verstellt den Blick auf unseren Familiennamen Dewitz, der erheblich häufiger anzutreffen ist als Witzka. Zudem waren einige Vorfahren meiner Linie mit der Schifffahrt von Kindesbeinen an eng verbunden, was die Matrosen-anzüge auf alten Familienfotos eindrucksvoll belegen. Nicht nur mein Familienname, sondern auch der Vorname Karl hat in unserer Familie Tradition. "Heidewitzka, Herr Kapitän" ist demnach als eine Zusammenziehung des Matrosengrußes "Hei, Dewitz K.,Herr Kapitän" zu verstehen. Ich bitte um sofortige Veröffentlichung dieser eine Gegendarstellung!"


    Der gleichen Meinung ist auch Herr Udo Maat:

    "Als Liebhaber der deutschen U-Boot-Flottengeschichte möchte ich darauf hinweisen, dass das Einhüllen-Küsten-U-Boot SM UC15 von Kaleu A. von Dewitz von 1915 bis 1916 befehligt wurde. Es ist durchaus denkbar, dass Berbuer ein U-Boot-Liebhaber war und in seinem Lied an den besonderen Tiefgang des Möllemer Böötchens, das ja in Germanenzeit aus Holzstämmen und Tierhäuten bestand, erinnern wollte und es deshalb scherzhaft in die Nähe eines U-Bootes brachte."
    Gegendarstellung 3
    Nach Ansicht von Herrn Dr. Becker-Huberti, dem Pressesprecher des Erzbistums,
    wollte Karl Berbuer mit Heidewitzka den Hitler-Gruß karikieren. (von den Silben her, ist es dann aber schon die Karikatur der Karikatur "Heile Hitler". Dann hieße Witzka also Hitler?) Becker-Huberti zu seiner Behauptung: "Ich habe meine Aussage der gängigen Literatur entnommen. Einen Beweis kenne ich nicht."
    Die "Akademie för uns kölsche Sproch" stützt Becker-Huberti:
    "...auch der ehemalige Leiter des Altermarktspielkreises Richard Griesbach, der leider schon verstorben ist, hat dies in früheren Jahren immer glaubhaft versichert."(Alice Herrwegen)


    (Man müßte überprüfen, ob Berbuer nach dem Hei- eine Pause macht. Dann, und nur dann, wäre ein Anklang an das Heil Hitler gegeben und sozusagen in eine Verballhornung überführt! Er wird ja wohl nicht beim Singen die Hand zum Hitlergruß gehoben haben. Wenn, dann vielleicht nach dem Krieg?)
    Gegendarstellung 4
    Der Verein für die Rheinhaltung der deutschen Sprache: "Berbuer führte als erster Anglizismen in den Kölner Karneval ein. Allerdings in bester Absicht. Er wollte verfolgte Menschen retten: Hide-a-Witzka! Das war der Aufruf an den Kapitän, einen Polen oder auch Sozialdemokraten aus dem Ruhrgbiet zu decken oder vor den Nazis zu verstecken!
    Um den hybriden Anglizismus zu vermeiden, singe man besser: Deck den Witzka!"
    Gegendarstellung 5
    Prof. Dr. Ludwig Lingus: Es handelt sich keineswegs um irgendeine Namenskombination. Heidewitzka ist eindeutig eine onomatopoetische Interjektion und bringt antizipierte Rasanz zum Ausdruck! (Hei! Wie der Blitz!) Hier wohl die einer schnellen Rheinfahrt. In der zweiten Strophe heißt es nicht umsonst:
    "Met hundert Knöddele ( = 185,5 km/h) / dat litt klor ob d'r Hand / wink uns et blaue Band.
    Alternativ könnte es "Los geht's!", "Volle Kanne" , "Ab geht die Post!" heißen!
    Gegendarstellung 6
    Ein ehemaliger Geschichtslehrer, der gerne anonym bleiben möchte, legt Wert auf die Feststellung, dass Konrad Adenauer in der hymnenlosen Zeit vor 1952 erleben musste, dass man den Bundeskanzler bei einem Besuch in Chicago mit "Heidewitzka, Herr Kapitän" empfing. Gab es jemals eine bessere Nationalhymne
    Gegendarstellung 7
    Wir von der Karnevalsgesellschaft „Kölsche Hunnen“ wissen, dass die Hunnen bereits 451 in unserer Heimatstadt waren. Es wäre doch denkbar, dass Witzka ein Hunne war?
    Gegendarstellung 8
    Das Vorbild für das Möllemer Bötsche waren eindeutig die Wikingerschiffe, die 881 – 883 den Rhein hinauf und hinab fuhren. (War der Heide Witzka womöglich ein Wikinger? Der Ähnlichkeit des Namens deutet darauf hin. Blieb er in Köln zurück, als die Wikinger wieder abzogen? Es heißt 911 seien sie endgültig besiegt worden!)
    Die Kölner nannten die Wikinger Witzkas. die hatten sie schwer beeindruckt, mehr noch als die Hunnen. Und da dieses Volk der Seefahrer mit schnellen Schiffen alles Heiden waren, erinnerten sich bei jeder schneller Schifffahrt an sie und daraus entwickelte sich der Ausspruch, die Redewendung „Heidewitzka“, was so viel heißt wie : ein Heidentempo wie die Wikinger!
    Gegendarstellung 9
    Heidewitzka erinnert an die Haie, die einst auch den Rhein durchkreuzten.
    einer davon nannte sich Delphin Witzka. Er war im Telephonbuch unter Hai D.Witzka verzeichnet.
    Gegendarstellung 10
    Die Ähnlichkeit mit dem englischen Ausdruck: „Hide a whiskas!“ deutet zunächst auf Katzennahrung hin. Aber warum sollte ein Kaptitän sie verstecken? Die Firma Whiskas bestätigte auf Anfrage, dass der Firmenname von der englischen Bezeichnung „whisker“ für Schurrbarthaar abgeleitet ist. Zunächst sind die eines Mannes gemeint, dann aber auch die schurrbärtige Tiere, also z.B. Katzen.
    Folgt man der Theorie einer verschlüsselten Botschaft, die Berbuer 1936 dem deutschen Volk vermitteln wollte, könnte es sich durchaus um die Aufforderung „Hide-a-whisker!“ gehandelt haben:“ Versteckt oder beseitigt den Schurrbart (Hitler)!“
    Gegendarstellung 11
    Etymologisch gesehen handelt es sich um eine Zusammensetzung von „Heide“ mit der Bedeutung Dörfler und „Witz“, was auch heute noch die Bedeutung von Lustigkeit hat. „Heidewitzka“ heißt also: Mit rustikaler Lustigkeit!
    Gegendarstellung 12
    „Heidewitzka“ ist halb deutsch und halb polnisch. Wycieczka heißt „Ausflug!“ Ein uriger Ausflug ist gemeint, was ja zu einer heiteren Rheinfahrt passt!
    Wie es aber zu dieser deutsch-polnischen Vereinigung auf dem Rhein kam, liegt im Dunkel der Geschichte.
    Gegendarstellung 13
    Das Wort „Heidewitzka“ ist ein versteckter Antifeminismus, wie er vielleicht in den 30er Jahren noch an der Tagesordnung war, heute jedoch nicht mehr akzeptabel ist.
    „Heide“ steht hier als weiblicher Vorname stellvertretend für die Frauen, mit „Witz“ ist der Verstand gemeint, der durch die polnische weibliche Endung sozusagen eine Verkleinerung erfährt. So ist Heidewitzka eine Diskriminierung der Frau.
    Gegendarstellung 14
    Der Künstler Jürgen Raap hat mit seiner Skulptur „Das Post-Berbuer’sche System“ überzeugend nachgewiesen, dass die Leistung von Berbuer in der Transformation der Schunkelbewegung in die Vertikale bestand. Statt horizontalem Hin und Her propagiert er
    das alternative Auf und Ab.
    Nun hört sich das harmloser an, als es ist. Wer den subversiven Charakter Berbuers und überhaupt des Kölner Karnevals kennt, schaut besser genauer hin, was mit „schunkeln vertikal“ gemeint ist. An der Oberfläche handelt der Text von einer harmlose Bootsfahrt mit dem Müllemer Böötche. Aber wann findet die statt? Es ist keineswegs eine harmlose Tagestour. “ Man kann so schön im Dunkeln schunkeln, wenn über uns die Sterne funkeln.“
    Das Schunkeln findet also nächtens statt als Auf- und Abbewegung! Der „Schiffsverkehr“ ist nur ein lyrisches Bild, wenn auch ein sehr gelungenes, und „Heidewitzka“ der Schlachtruf zur nächtlichen Kopulation!
    Zum Schluss noch ein etwas ernsterer regionalpsychologischer Ansatz des Autors:
    Unbestreitbar hat Karl Berbuer den Ausdruck „Heidewitzka“ 1936 für sein Lied erfunden. Solche Wort-Erfindungen waren im Kölner Karneval üblich und wurden schon - ob zu recht oder zu unrecht - mit der Kunstströmung des Dadaismus in Verbindung gebracht, die auch in Köln ihre Spuren hinterlassen hat. „Heidewitzka“ gehört meiner Ansicht nach nicht zu den „künstlichen“ Ausdrücken, die man aus Lust am gestotterten Unsinn erfindet. Vielmehr sollten wir in „Heidewitzka“ ein Stück formgewordenen Ausbruch einer inneren kollektiven kölschen Wortlava sehen, wie sie prinzipiell in jedem Kölner „Urgestein“ fundamental angelegt ist. Hier bahnte sich im Jahre 1936 in dem sensiblen Individuum Karl Berbuer das kölsche Gedächtnis, in dem alles Rückwärtige bis zu den Bandkeramikern gespeichert ist, einen Weg an die Oberfläche. Was war denn, so müssen wir fragen, was war denn in Bezug auf das Thema Schifffahrt in diesen tiefen Schichten des kölschen Unbewussten flüssig gehalten worden? Das war doch die 1000jährige Erinnerungen an die schiffenden Heiden, an die nordischen Wikinger wie an die verschiedenen rechtsrheinischen Germanen, die das linksrheinische christliche Köln, wo man Wasser noch hauptsächlich zum Taufen verwendete, immer wieder schockierten. Dagegen verblassen die legendären 11000 Jungfrauen, die mit der heiligen Ursula den Rhein rauf- und runterschipperten zu harmlosen Wassernixen. Nein, die Heiden, das waren die „gewitzten“ Schiffer, die die Kölner einerseits bewunderten andererseits aber auch als Vertreter der „unchristliche Seefahrt“ beargwöhnten. Karl Berbuer konnte nicht anders, er musste diesen Ausdruck „erfinden“, als er die Hymne vom rechtsrheinischen „Müllemer Böötche“ dichtete. Natürlich ist es ein Loblied auf die Rheinschifffahrt, aber eben ein kölsches Loblied mit eingebauter kritischen Selbstbespöttelung!
    Die Verwendung als Karikatur des im gleichen Jahr eingeführten Hitlergrußes „Heil Hitler“ ist sekundär. Aber man beachte die Beziehung des Ausdrucks zum braunen Germanenkult, den der katholische Kölner hier mit vier Silben entlarvt. Der alte Argwohn gegen die Barbaren „op d’r Schäl Sick“ wird nun auf die braunen Horden übertragen.

    Franz Firla
    06.09.2010