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Die kölschen Schreibregeln
Wie schreibt man denn eigentlich das kölsche Wort für „Sprache“? Sprooch oder Sprohch oder Sproch? Am besten schreibt man es doch wie man es spricht. Aber das geht doch gar nicht. Ein langes o ist im Deutschen immer ein geschlossener Laut. Wie soll ich den kölschen Laut, nämlich das lange offene o schreiben? Wie wird das kölsche Wort für Auge geschrieben? Auch oder Aug oder gar Ouch, wie man es spricht? Was aber wird dann mit dem Plural? Aure oder Oure? Die vorliegenden Schreibregeln sind wortstammorientiert. Wortstämme werden in der Regel nicht verändert: Aug / Aug-e / Äug –elche. Zigg / Zigg-e. Eine solche Regel ist leicht verständlich, nachvollziehbar und leicht anzuwenden. Ebenso verhält es sich für die anderen Regeln. Neues ist immer gewöhnungsbedürftig. Das mag den Lesern des Wörterbuchs von Adam Wrede nicht anders gegangen sein, als sie mit einer anderen Schreibweise als der vertrauten des Wörterbuchs von Fritz Hönig konfrontiert wurden. Es geht nicht darum Althergebrachtes zu erhalten, weil es „schöner aussieht“ oder man es so gewohnt ist. Bei den Schreibregeln geht es vor allem um Nachvollziehbarkeit und größtmögliche Durchgängigkeit. Sie sind der Vorbote des von der Akademie för uns kölsche Sproch in Arbeit befindlichen neuen Wörterbuches und geben bereits eine Einsicht darin, warum ein Wort wie geschrieben wird. Es bietet allen eine Orientierungshilfe, die sich in der kölschen Sprache schriftlich ausdrücken möchten, ist jedoch nicht als Regulativ gedacht.
Die kölsche Sprache hat bislang keine nach bestimmten Regeln festgelegte Rechtschreibung wie das Deutsche. In der Mundartliteratur findet man alle möglichen Schreibweisen, die zum Teil recht willkürlich gewählt sin. Fritz Hönig hat Anfang des 20. Jahrhunderts ein Wörterbuch herausgegeben, das sich weitgehend an das deutsche Schriftbild anlehnt. Über viele Jahrzehnte hinweg haben sich Autoren daran orientiert. Mit dem Neuen Kölnischen Sprachschatz von Adam Wrede wurde eine Laut- Schreibung eingeführt. Man meinte, der Ausprache gerechter zu werden, wenn man „so schreibt, wie man spricht“. Das ist aber in der Praxis nicht durchführbar, da das Alphabet viel zu wenige Buchstaben bereit hält, um diesem Ziel gerecht zu werden. Die im vorliegenden Buch aufgestellten Schreibregeln orientieren sich – wie übrigens alle europäischen Sprachen – an den Wortstämmen und bieten eine Orientierungshilfe für die Schreibung des Kölschen.
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