SK Stiftung Kultur
Das kölsche Wörterbuch
  • NEU: Die 3. Auflage
  • Zusammenfassung der wichtigsten Regeln
  • Kölsche Schreibregeln
  • Schreibweise von Vokalen im Kölschen
  • Schreibweise von Konsonanten im Kölschen
  • Aufbau des Wörterbuchs
  • Jetzt wieder erhältlich!!! "Das Kölsche Wörterbuch"


    Bhatt, Christa & Herrwegen, Alice
    Das Kölsche Wörterbuch – Kölsche Wörter von A - Z

    3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage
    Herausgeber: Akademie för uns kölsche Sproch
    J.P. Bachem Verlag Köln, November 2009
    24.000 Einträge, 1.400 Seiten, 19,5 x 21 cm, kartoniert
    Preis: 36,-- €
    Endlich wieder erhältlich ... Bhatt/Herrwegen: Das Kölsche Wörterbuch - Die 3. Auflage
    Wie säht mer noch ens för „kriechen“? Wat heiß dann „Föttchesföhler“? Wie schriev mer dann „Lötschendötsch“? Wie kütt et zo däm Stroßename „Am Leystapel“? Wer gibt Antworten auf diese Fragen?

    Lange standen nur jahrzehntealte Wörterbücher und Wortsammlungen des ursprünglichen kölschen „Basisdialekts“ zur Verfügung, die nicht mehr zeitgemäß sind und ein mehr lexikalisches oder semantisches als ein orthographisches Interesse bedienen. Gleichzeitig ist deren Darstellung der Kölner Mundart so uneinheitlich, dass diese Wörterbücher selbst etablierten Schriftstellern in Fragen der Schreibung von Mundart keine zufriedenstellende einheitliche Orthographie kölscher Wörter bereitstellen.

    Deshalb wurde 2005 in der Akademie för uns kölsche Sproch der SK Stiftung Kultur von Christa Bhatt und Alice Herrwegen ein Wörterbuch fürs Kölsche erarbeitet: „Das Kölsche Wörterbuch – Kölsche Wörter von A - Z“. In diesem Nachschlagewerk spiegelt sich das heutige Kölsch wider. Das Wörterbuch enthält solche kölschen Wörter, die heute (noch) benutzt werden, d. h. sowohl alte kölsche Wörter, die von zeitgenössischen Mundartautoren verwendet werden, als auch neue Wörter aus dem Deutschen, für die kölsche Wörter geschaffen oder die zumindest „eingekölscht“ wurden.

    Nachdem „Das Kölsche Wörterbuch“ über 1 ½ Jahre vergriffen war, ist es seit Herbst 2009 endlich in neuer erweiterter Auflage wieder erhältlich. Gegenüber der zweiten Auflage von 2005 wurde die soeben erschienene dritte Auflage um 6.000 Einträge auf insgesamt 24.000 Einträge und um knapp 500 Seiten auf insgesamt 1.400 Seiten erweitert. Damit das Wörterbuch noch immer einbändig erscheinen kann, sind Papier und Einband etwas dünner geworden.

    Selbstverständlich enthält auch die dritte Auflage wieder zahlreiche Anwendungsbeispiele, Bedeutungsnuancen und ist mit umfassenden grammatischen Angaben versehen. Für jedes Wort ist die Aussprache in der internationalen Lautschrift IPA (International Phonetic Association) angegeben. Die Orthographie der kölschen Wörter richtet sich nach den Regeln, die in „Kölsche Schreibregeln – Vorschläge für eine Rechtschreibung des Kölschen“ von Christa Bhatt zusammengestellt wurden. Diese Schreibregeln wurden so einfach wie möglich, aber dennoch voll funktional formuliert. Sie geben dem Benutzer die Möglichkeit, Wörter nach diesen Regeln einheitlich schreiben zu können. Die Schreibweise der kölschen Wörter leitet sich dabei meistens ab von der Schreibweise der Wörter im Deutschen. Sie weicht von dieser insbesondere dort ab, wo der Unterschied zwischen kölschem und deutschem Wort nicht regelmäßig erklärbar ist bzw. eine deutliche Unterscheidung zweckmäßig ist. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Rechtschreibung des Deutschen jedem vertraut ist, ob Dialekt- oder Hochdeutschsprecher. Deshalb wird davon ausgegangen, dass es für den Kölschschreiber, -leser und -sprecher am einfachsten ist, wenn sich die Abweichungen der Schreibweise der kölschen Wörter so wenig wie möglich von der ihm vertrauten Orthographie der deutschen Wörter unterscheidet. Insbesondere für all diejenigen, die mit dem Kölschen nicht vertraut sind, wird das Lesen und Schreiben kölscher Texte dadurch stark vereinfacht. Insoweit sich durch die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung in den Jahren 1996 und 2006 die Schreibweise von deutschen Wörtern geändert hat, wurden in dem Wörterbuch diese Änderungen auch für die kölschen Wörter übernommen.

    Das Wörterbuch orientiert sich an grundlegenden Ordnungsprinzipien, die im Deutschen (und anderen Sprachen) gelten und auf morphologischen Regeln basieren (Ordnung nach Stamm-Morphemen, Wortbildungsregeln für das Deutsche, etc.).

    Die Auswahl der Stichwörter basiert u. a. auf den Einträgen in Adam Wrede „Neuer Kölnischer Sprachschatz“ und Fritz Hönig „Wörterbuch der Kölner Mundart“, die an das heute gesprochene Kölsch angepasst wurden. Viele Einträge sind aber auch neu hinzugekommen, davon einige aus „Kölsches Synonymwörterbuch“ von Stefan Winter. Es wurde darauf verzichtet Wörter aufzunehmen, die im Deutschen und im Kölschen identisch sind. Wohl aber wurden Wörter aufgenommen, die zwar in ihrer Grundform gleich geschrieben werden wie im Deutschen, deren Flexionsformen oder Aussprache von den deutschen abweichen. Erweitert wurde die dritte Auflage des Wörterbuchs auch um etliche kölsche Straßennamen und -plätze, die historisch interessant sind oder nach Musikern und Dichtern benannt wurden, die mit dem geistigen oder politischen Leben Kölns in Verbindung gebracht werden.

    Da das Kölsche im Gegensatz zum Deutschen ein größeres Spektrum an Vokalen besitzt, wird im Interesse des Benutzers hierauf bereits durch besondere Kennzeichnungen dieser Vokale im Wörterbucheintrag hingewiesen. Bei kurzem geschlossenen „e“, „o“ oder „ö“ – wie z. B. in meddendren, bovvendrop oder ömesöns – ist auf die Kürze dieser geschlossenen Vokale durch Unterstreichung hingewiesen: meddendren, bovvendrop und ömesöns. Lange offene „o“ oder „ö“ – wie z. B. in froge oder brödsche –, die im Deutschen nicht vorkommen, werden ebenfalls im Eintrag gekennzeichnet – diesmal durch Häkchen am „o“ bzw „ö“: frôge und brõdsche.

    Um die Lesbarkeit von Komposita und Ableitungen zu vereinfachen, sind in diesen Wörtern die Morphemgrenzen durch einen senkrechten Strich gekennzeichnet: Luff|speegel|ung. „ung“ ist ein Ableitungsmorphem und bildet mit „Speegel“ die Ableitung „Speegelung“, während „Luff“ und „Speegelung“ zusammen das Kompositum „Luffspeegelung“ bilden.

    In den einzelnen Worteinträgen ist so viel Information wie erforderlich und so wenig wie ausreicht angegeben. Das trifft insbesondere auf die grammatischen Hinweise zu. Alle beugbaren, also deklinierbaren und konjugierbaren Wörter wie Nomen, Adjektive und Verben enthalten im Eintrag bereits die wichtigsten Flexionsformen sowie einen Hinweis auf die im hinteren Teil des Buchs angeführten Deklinationstabellen bzw. die Verbliste mit vollständig konjugierten, durchnummerierten Musterverben. Bei Adjektiven ist die deklinierte Form des Positivs und – wenn erforderlich – die Endungen bzw. Formen von Komparativ und Superlativ angegeben. Der Eintrag von Nomen enthält die Pluralform sowie bei häufiger Verwendung auch das Diminutiv. Sofern es hinsichtlich der Vokalqualität bei den deklinierten Formen Unterschiede zu den Lemmata (Stichwörter) gibt, werden die deklinierten Formen ebenfalls in IPA transkribiert – zumindest deren relevanter Teil. Bei Verben, die in der Nennform – also im Infinitiv – angegeben werden, wird zusätzlich die 1. Person Singular Imperfekt (Vergangenheit) – sofern bildbar – und das Partizip II (Mittelwort der Vergangenheit) angegeben. Diese Verbformen sind immer auch in IPA transkribiert.

    Die umfangreiche Verbliste im Anhang des Buches wurde auf Wunsch vieler Benutzer anwenderfreundlicher gestaltet. Es sind nun alle Vollverben alphabetisch aufgeführt, außerdem die Präfixverben (Verben mit Vorsilbe), die ohne ihr Präfix nicht existieren. Bei diesen Verben steht jeweils das Verb im Infinitiv (Nennform), dahinter in der 1. Person Singular Imperfekt (sofern diese bildbar ist), dahinter sein Partizip II (Mittelwort der Vergangenheit) und zuletzt die deutsche Übersetzung des kölschen Verbs. Bei den insgesamt 212 Musterverben sind zudem alle möglichen Konjugationsarten (Beugungsarten) aufgeführt mit Angabe aller Personen im Indikativ (Wirklichkeitsform) Präsens und Präteritum, außerdem die 1. Person Singular und die 2. Person Plural im Konjunktiv II (Möglichkeitsform) sowie der Imperativ (Befehlsform) Singular und Plural. Sofern einige dieser Formen im Kölschen nicht vorkommen, sind sie natürlich auch nicht angegeben. Dies betrifft insbesondere Verben, deren Stamm auf „t“ auslautet, die nicht im Imperfekt auftreten. Die 212 vollständig konjugierten Musterverben sind von (1) bis (212) durchnummeriert. Bei den übrigen Verben wird auf die Nummer des Musterverbs, dessen Formen mit dem gesuchten Verb übereinstimmen, verwiesen. Präfixverben, deren Verb ohne Präfix als Vollverb existiert, müssen unter dem Vollverb gesucht werden. So sind sämtliche Verben in der Verbkonjugationsliste zu finden, d. h. alle Konjugationsmuster befinden sich in diesem Teil, so dass man die zugehörige Nummer des vollständig konjugierten Musterverbs nicht mehr im Wörterbuchteil suchen muss.

    Auch die Einleitung zur dritten Auflage wurde stark erweitert. Hierin werden die wichtigsten grammatischen Begriffe erklärt und die Besonderheiten bei den einzelnen Wortarten im Kölschen erläutert und durch eine Vielzahl an Beispielen verdeutlicht. Der allgemeine Grammatikteil stützt sich auf gängige Grammatiken wie die Duden Grammatik Band 4, während dem Grammatikteil zum Kölschen in großen Teilen „De kölsche Sproch – Kurzgrammatik Kölsch – Deutsch“ von Alice Tiling-Herrwegen zugrunde liegt. Insbesondere bietet der Grammatikteil jetzt eine überschaubare Übersicht über die fürs Kölsche typische Verbkonjugationsvielfalt schwacher Verben, die in zwei Hauptgruppen aufgeteilt sind. Aber auch die Lautschrift in IPA wird ausführlich dargestellt mit Beispielwörtern aus dem Kölschen, dem Deutschen und - wenn erforderlich - dem Englischen und Französischen. Ebenso werden die in IPA benutzten Sonderzeichen erläutert. Besonders hervorzuheben ist hier die Kennzeichnung von geschärften Vokalen und Konsonanten, die es im Deutschen so nicht gibt. Während Vokallänge durch einen dem Vokal folgenden Doppelpunkt gekennzeichnet wird, wird die Schärfung durch nur einen nachgestellten Punkt angezeigt.

    Die Orthographie- und Ausspracheregeln, die sich an die Einleitung anschließen, sind überarbeitet und ein wenig erweitert worden. Wie schon in den ersten beiden Auflagen wird in jedem Worteintrag auf die für dieses Wort angewendete Orthographieregel verwiesen; in Komposita (zusammengesetzten Wörtern) wird auf die im Wörterbuch enthaltenen Einzelwörter verwiesen.

    Die dem umfangreichen Kölsch-Deutsch-Teil folgende Deutsch-Kölsch-Liste ist nicht nur um die neu hinzugekommenen Wörter erweitert, es sind jetzt auch zahlreiche Synonyme (gleichbedeutende Wörter) und eine Vielzahl typisch kölscher idiomatischer Ausdrücke und Redewendungen enthalten. Gibt es zu einem deutschen Wort mehrere kölsche Entsprechungen, so ist zuerst – falls vorhanden – die 1:1-Übersetzung angegeben. Weitere Synonyme folgen in willkürlicher Reihenfolge, eine bestimmte Ordnung gibt es hier nicht. Existieren von dem deutschen Wort im Kölschen auch noch bestimmte komplexe Ausdrücke oder Redewendungen, werden diese zum Schluss – durch Semikola getrennt und in kursiver Schrift – aufgelistet.

    Gerade für Nicht-Kölner ist der Deutsch-Kölsch-Teil unverzichtbar zum Auffinden ihm noch unbekannter kölscher Wörter.

    Die Wortliste Deutsch-Kölsch soll jedem Kölsch-Unkundigen ermöglichen,d urch Nachschlagen des deutschen Wortes die entsprechende kölsche Übersetzung zu finden. Hier sind jedoch nicht alle Wörter aus dem Kölsch-Deutsch-Teil des Wörterbuchs enthalten. Gibt es für ein spezifisch kölsches Wort keine 1:1-Übersetzung ins Deutsche und wäre eine ausführlichere Bedeutungserklärung nötig, kann natürlich kein deutsches Suchwort eingegeben werden.

    Alle Kriterien – z. B. bezüglich der Schreibweise der kölschen Wörter oder Indizierung von Homonymen – sind bei der Wortliste Deutsch-Kölsch ebenso wie im Kölsch-Deutsch-Teil des Wörterbuchs gültig. Was in der Deutsch-Kölsch-Liste jedoch wegfällt, ist die Lautschrift in IPA sowie die Angabe der Bedeutungsvariante, sofern das Wort verschiedene besitzt. Auch die durch senkrechten Strich gekennzeichneten Morphemgrenzen oder besondere Aussprachekennzeichnungen (z. B. bei kurzen geschlossenen „e“, „o“ oder „ö“ oder langen offenen „o“ oder „ö“ etc. im Kölschen) finden sich in der Deutsche-Kölsch-Liste nicht, denn sobald das gesuchte Wort gefunden wurde, können alle weiteren Informationen dazu im Kölsch-Deutsch-Teil nachgeschlagen werden.

    „Das Kölsche Wörterbuch“ soll all denen eine Hilfe sein, die Kölsch lesen, sprechen oder schreiben wollen. Es kommt dem Bedürfnis von Autoren, Liedtextern, Werbeagenturen, Hobby-Poeten und all den Lesern entgegen, die eine einheitliche, nach sinnvollen und gut nachvollziehbaren Regeln erarbeitete Rechtschreibung wünschen und sich daran orientieren möchten.
    06.09.2010